Ja, Sie können die Entfernung von OP-Fotos verlangen, die Ihrer Ansicht nach ohne Ihre Einwilligung veröffentlicht wurden. Sichern Sie zunächst Screenshots der Veröffentlichung, den Link, das Datum und die Kontoinformationen. Stellen Sie anschließend einen schriftlichen Antrag an den Arzt, die Klinik oder die Einrichtung, die die Daten veröffentlicht hat. Wenn auf den Fotos Ihr Gesundheitszustand, der Ablauf Ihrer Operation oder Ihre Identität erkennbar sind, geht es möglicherweise nicht nur um die Löschung eines Bildes, sondern auch um die Verarbeitung personenbezogener Daten und Gesundheitsdaten.

Das Ergebnis Ihres Antrags hängt unter anderem von der Einwilligungserklärung ab, die Sie zuvor unterzeichnet haben, vom Zweck der Aufnahme, davon, ob Sie auf den Bildern identifizierbar sind, davon, wer die Veröffentlichung vorgenommen hat, und von den geltenden Vorschriften. Anstatt daher ein bestimmtes Ergebnis oder eine automatische Löschung zu garantieren, sollten Sie Ihren Antrag klar, konkret und schriftlich formulieren.

Einwilligung und Gesundheitsdaten bei OP-Fotos

Vorher-Nachher-Fotos einer Operation können unter bestimmten Umständen Ihnen zugeordnet werden, selbst wenn Ihr Gesicht oder charakteristische Körpermerkmale nicht sichtbar sind. Ein Foto kann Ihre Identität offenlegen, wenn es gemeinsam mit dem Dateinamen, dem Begleittext, dem Datum, Angaben zur Klinik, der Art des Eingriffs oder Ihrem Social-Media-Konto betrachtet wird. Wenn das Bild Informationen über Ihren Gesundheitszustand oder den durchgeführten medizinischen Eingriff enthält, kann es zudem als Gesundheitsdatum gelten.

In der Türkei sind die Vorschriften des türkischen Datenschutzgesetzes KVKK für die Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe personenbezogener Daten von Bedeutung. Ob eine ausdrückliche Einwilligung vorliegt, wird anhand des Zwecks, des Kommunikationskanals, der Dauer und des Umfangs beurteilt, für die beziehungsweise den die Einwilligung erteilt wurde. Ein Foto, das innerhalb einer Klinik zu Ausbildungszwecken aufgenommen wurde, darf nicht zwangsläufig zu Werbe- oder Marketingzwecken in sozialen Medien veröffentlicht werden.

Eine allgemeine Formulierung in der Einwilligungserklärung wie „Fotos dürfen verwendet werden“ muss nicht eindeutig erkennen lassen, auf welchen Plattformen und zu welchen Zwecken eine Veröffentlichung erfolgen darf. Die rechtliche Wirkung des Formulars hängt jedoch vom Inhalt des Textes, der Art seiner Vorlage, dem Unterzeichnungsprozess und dem konkreten Umfang der Veröffentlichung ab. Diese Ausführungen stellen keine abschließende rechtliche Beurteilung dar, sondern einen Rahmen, den Sie bei der Vorbereitung Ihres Antrags berücksichtigen können.

Auch das Verpixeln von Fotos oder das Verdecken des Gesichts gewährleistet nicht in jedem Fall allein eine Anonymität. Wenn anhand der Körperregion, einer Operationsnarbe, eines Tattoos, des Datums, des Beschreibungstextes oder durch Verknüpfungen mit früheren Veröffentlichungen ein Bezug zu Ihnen hergestellt werden kann, besteht weiterhin das Risiko einer Re-Identifizierung.

Schriftlicher Antrag auf Entfernung einer unerlaubten Veröffentlichung

Beschränken Sie Ihren ersten Antrag nicht auf ein Telefongespräch. Erstellen Sie einen schriftlichen Nachweis per E-Mail, über den offiziellen Kontaktweg der Einrichtung, ein sicheres Patientenportal oder eine andere Methode, bei der Sie den Zugang nachweisen können. Es kann sinnvoll sein, den Antrag neben dem Arzt, der das Foto veröffentlicht hat, auch an die Klinik oder Gesundheitseinrichtung zu richten, da der Verantwortliche für die Datenverarbeitung nicht in jedem Fall identisch sein muss.

  • Geben Sie Ihre Identität und den Grund Ihres Antrags an: Schreiben Sie klar, mit welcher Behandlung der Vorgang zusammenhängt, dass das Foto Sie zeigt und dass Sie keine gültige Einwilligung für die Veröffentlichung erteilt haben oder der Ansicht sind, dass eine erteilte Einwilligung diese Nutzung nicht umfasst.
  • Beschreiben Sie den Inhalt: Geben Sie die Plattform, auf der die Veröffentlichung zu finden ist, den Kontonamen, das Datum des Beitrags oder Videos, nach Möglichkeit den Link sowie charakteristische Merkmale des abgebildeten Fotos an.
  • Formulieren Sie konkrete Forderungen: Verlangen Sie die Entfernung des Bildes, des Begleittextes und von Links, über die derselbe Inhalt erneut veröffentlicht wurde. Bitten Sie außerdem darum, den Inhalt nicht erneut zu verwenden und Sie darüber zu informieren, zu welchem Zweck, auf welcher Rechtsgrundlage und mit welchen Empfängern die Daten geteilt wurden.
  • Verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung: Fragen Sie schriftlich, ob der Inhalt entfernt wurde, ob Kopien oder geplante Verwendungen in Kampagnen existieren und welche Abteilung Ihren Antrag prüft.
  • Setzen Sie einen angemessenen Zeitraum für die Antwort: Bitten Sie darum, dass Ihr Antrag im Rahmen der geltenden Vorschriften und der offiziellen Verfahren der Einrichtung geprüft wird. Prüfen Sie die gesetzlichen Fristen selbst oder holen Sie bei Bedarf rechtlichen Rat ein.

Verzichten Sie im Antrag auf wütende oder drohende Formulierungen sowie auf Behauptungen, die Sie nicht belegen können. Führen Sie stattdessen ausschließlich die von Ihnen feststellbaren Tatsachen auf. Eine Formulierung wie „Am [Datum] habe ich gesehen, dass dieses Foto auf diesem Konto veröffentlicht wurde. Ich habe für diese Nutzung keine ausdrückliche und gültige Einwilligung erteilt. Ich verlange die Entfernung und Informationen über die Verarbeitung“ schafft einen besser nachvollziehbaren Nachweis.

Beweissicherung und Sicherheitsprüfung vor dem Antrag

Dokumentieren Sie den aktuellen Zustand, bevor Sie die Entfernung des Inhalts verlangen. Wenn die Veröffentlichung gelöscht wird, kann es bei späteren Anträgen schwieriger werden, nachzuweisen, was veröffentlicht wurde. Veröffentlichen Sie das Foto bei der Beweissicherung nicht unnötig erneut und stellen Sie Screenshots nicht auf öffentlich zugänglichen Plattformen bereit.

  • Erstellen Sie einen Screenshot des Beitrags oder der Seite. Kontoname, Datum, Beschreibung und sichtbare Linkinformationen sollten möglichst im selben Bild enthalten sein.
  • Speichern Sie den Link zum Inhalt sowie gegebenenfalls Kopien auf anderen Plattformen in einer separaten Datei.
  • Halten Sie Unterlagen wie das Operationsdatum, den Schriftverkehr oder die Patientenakte, die belegen, dass das Foto Sie zeigt, nur im erforderlichen Umfang bereit.
  • Wenn Sie zur Übersendung eines Identitätsdokuments aufgefordert werden, fragen Sie, welche Angaben tatsächlich erforderlich sind. Erwägen Sie, nicht benötigte Bereiche abzudecken und eine sichere Übertragungsmethode zu verwenden.
  • Bewahren Sie den Nachweis auf, dass Ihr Antrag gesendet wurde, den Empfänger erreicht hat und welche Antwort erteilt wurde.

Sie können auch der Social-Media-Plattform einen Verstoß melden. Nutzen Sie den von der Plattform angebotenen Meldeweg für personenbezogene Daten, Privatsphäre oder die unerlaubte Veröffentlichung von Bildern und fügen Sie dieselben Nachweise bei. Eine Meldung an die Plattform ersetzt möglicherweise nicht Ihren Antrag an den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung in der Türkei. Es ist daher sicherer, beide Verfahren getrennt zu verfolgen.

KVKK und weitere Möglichkeiten, wenn keine Antwort erfolgt

Wenn der Arzt oder die Klinik Ihren Antrag ablehnt, unvollständig beantwortet oder nicht angemessen prüft, klären Sie, von wem und auf welche Weise der Antrag bearbeitet wurde. Sie können über den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung der Einrichtung oder, sofern vorhanden, über deren Datenschutz- oder Patientenrechtsabteilung um eine erneute Erläuterung bitten.

Im Rahmen der Rechte nach dem KVKK können unter anderem das Recht, zu erfahren, ob Daten verarbeitet werden, Informationen über den Zweck der Verarbeitung zu verlangen, die Empfänger der Datenübermittlung zu erfragen und unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung oder Vernichtung der Daten zu verlangen, relevant sein. Die Ausübung dieser Rechte führt nicht in jedem Fall automatisch zum gleichen Ergebnis. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten, die Aufbewahrung medizinischer Unterlagen, Beweiserfordernisse oder andere Rechtsgrundlagen können die Beurteilung beeinflussen.

Wenn Sie auf Ihren Antrag an den Verantwortlichen für die Datenverarbeitung keine ausreichende Antwort erhalten, können Sie die aktuellen Antragsvoraussetzungen und Fristen der türkischen Datenschutzbehörde, der Kişisel Verileri Koruma Kurumu, anhand offizieller Quellen prüfen. Ein Antrag bei der Behörde wird in der Regel zusammen mit dem Inhalt des zuvor an den Verantwortlichen gerichteten Antrags und der erhaltenen Antwort beurteilt. Die aktuellen Verfahrensregeln und erforderlichen Unterlagen sollten über offizielle Kanäle bestätigt werden.

Die Verwendung der Fotos in einer Werbekampagne, auf einer Website oder in einem Social-Media-Konto kann auch unter den Gesichtspunkten kommerzieller Kommunikation, Verbraucherschutz, Berufsethik oder Persönlichkeitsrechten unterschiedlich bewertet werden. Wenn der Inhalt eine erhebliche Verletzung der Privatsphäre darstellt, kann es sinnvoll sein, eine auf Ihren Fall bezogene Einschätzung bei einem in der Türkei tätigen Rechtsanwalt oder einem zuständigen Berater in Ihrem Heimatland einzuholen.

Risiken, auf die Sie besonders achten sollten

Gehen Sie nicht automatisch von der Wirkung der unterzeichneten Einwilligungserklärung aus: Ihre Zustimmung zur Behandlung oder Operation bedeutet möglicherweise nicht automatisch, dass Sie der uneingeschränkten Verwendung von Fotos zu Werbezwecken zugestimmt haben. Eine konkrete Beurteilung erfordert jedoch die Prüfung des von Ihnen unterzeichneten Textes und der Ihnen erteilten Erläuterungen.

Unterscheiden Sie, bevor Sie die Löschung der gesamten medizinischen Akte verlangen: Die Entfernung eines Fotos aus der Werbung oder aus sozialen Medien ist etwas anderes als die Aufbewahrung medizinischer Unterlagen, die für die sichere Erbringung der Gesundheitsversorgung erforderlich sind. Legen Sie klar fest, auf welches Bild und welche Nutzung sich Ihr Antrag bezieht.

Betrachten Sie die Entfernung und das Verbot einer erneuten Nutzung gemeinsam: Verlangen Sie nicht nur die Löschung des bestehenden Beitrags, sondern fragen Sie auch, ob dasselbe Bild auf der Website, in Werbematerialien, Präsentationen oder Konten Dritter verwendet wurde. Sie können schriftlich erklären, dass Sie einer zukünftigen Nutzung nicht zustimmen. Die rechtliche Wirkung dieser Erklärung hängt vom konkreten Einzelfall ab.

Veröffentlichen Sie den Inhalt nicht selbst erneut: Wenn Sie den Beitrag des Arztes aus Protest erneut verbreiten, kann dies dazu führen, dass weitere Personen das Bild sehen und es länger in Suchergebnissen verfügbar bleibt. Bewahren Sie die Nachweise mit eingeschränktem Zugriff und auf sichere Weise auf.

Verwandte Fragen, die Sie anschließend stellen können

  • Wie kann ich erfahren, zu welchen Zwecken meine Gesundheitsdaten in der Türkei verarbeitet und mit wem sie geteilt werden?
  • Wie kann ich den Umfang der von mir unterzeichneten Einwilligung für OP-Fotos beurteilen?
  • Welche offiziellen Rechtsbehelfe sollte ich prüfen, wenn eine Klinik auf meinen Antrag auf Datenlöschung nicht antwortet?